abba

 

ABBA!!!!!

  Agneta!!

 Alle 4                

 
AGNETHA FÄLTSKOG 

Das jüngste ABBA-Mitglied wurde am 5. April 1950 als Agnetha Åse Fältskog im schwedischen Jönköping geboren. Schon sehr früh entdeckte sie ihre Liebe zur Musik. Bereits im Alter von fünf Jahren schrieb sie ihr erstes Lied und trat im Rahmen von familiären Feierlichkeiten und regionalen Veranstaltungen auf.

Zwei Jahre später bekam sie ihr erstes Klavier und begann Klavierunterricht zu nehmen, während sie auch weiterhin eigene Songs schrieb. Mit dreizehn gründete sie dann ihre erste Band "The Cambers".

Nachdem sie die Schule beendet hatte, war sie zunächst als Telefonistin tätig und trat gleichzeitig als Sängerin in einer Tanzgruppe auf. Auf diesem Wege gelangte sie auch zu einem Angebot für eine professionelle Studioaufnahme. Mit achtzehn war sie erstmals in der schwedischen Hitliste vertreten.

In den Jahren von 1968 bis 1972 machte sie einige weitgehend erfolglose Aufnahmen in Deutschland mit Dieter Zimmermann, mit dem sich sich 1968 auch verlobte.

Zurück in Schweden traf Agnetha 1969 im Rahmen einer Musikveranstaltung auf Björn Ulvaeus, den sie bereits zuvor schon einmal auf einer Tournee getroffen hatte. Diesmal jedoch verliebten sie sich und heirateten auch bald darauf im Jahre 1971.

Schon 1970 kamen die späteren ABBA-Mitglieder für gemeinsame Aufnahmen im Studio zusammen. Ab 1972 schließlich traten die vier, noch mit ihren Vornamen als Bandname, regelmäßig auf und begannen damit weitere Lieder zu produzieren.

Agnetha nahm neben Anni-Frid Lyngstad ebenfalls den Part der Leadsängerin innerhalb der neuen Gruppe ein. Seit ihrem Grand-Prix-Auftritt 1974 nannten sie sich nun offiziell ABBA, vier Buchstaben, welche die Musikgeschichte verändern sollten.

In der ersten Zeit mit ABBA arbeitete Agnetha zunächst noch weiter an ihrer Solokarriere, musste sich dann aber vor allem aus Zeitmangel voll und ganz auf ihr Schaffen in der Gruppe konzentrieren.

Nach ihrer Trennung von ABBA-Mitglied Björn Ulvaeus, mit dem sie zwei Kinder hat, im Dezember 1978 hatte sie einige kurze Affären und Beziehungen, die aber allesamt nach kurzer Zeit in die Brüche gingen.

Nachdem sich die vier ABBA-Mitglieder im Jahre 1983 einvernehmlich als Gruppe getrennt hatten, begann Agnetha wieder eigene Schallplatten aufzunehmen. Ihr erstes Album "Wrap Your Arms Around Me" in der Zeit nach ABBA erschien 1983.

Obwohl sie mit ihrem bis heute letzten Album "I Stand Alone" 1987 in Schweden den ersten Platz der Charts erreichte, hatte sie international kaum noch Erfolg.

Ende der achtziger Jahre stieg Agnetha aus dem Musikgeschäft aus. Mitte der neunziger Jahre scheiterte auch ihre zweite Ehe. Heute lebt sie sehr zurückgezogen in einem Vorort von Stockholm.

BENNY ANDERSSON

Folgt!!!!!

ANNI-FRID LYNGSTAD

 

Anni-Frid Synni Lyngstad, besser bekannt als Frida, wurde am 15. November 1945 in Narvik, Norwegen, geboren. Sie war das einzige ABBA-Mitglied, das ursprünglich gesehen nicht aus Schweden kam. Ihre Kindheit verlief im Gegensatz zu der der anderen ABBA-Mitglieder sehr dramatisch. Fridas Mutter, Synni Lyngstad, war ein norwegisches Teenager-Mädchen, das 1944 ein Verhältnis mit einem deutschen Soldaten begann. Zu dieser Zeit des zweiten Weltkrieges wurde Norwegen von Deutschland besetzt, deswegen war es natürlich nicht gerne gesehen, wenn ein norwegisches Mädchen ein Verhältnis mit einem deutschen Soldaten hatte. Als Frida dann zur Welt kam, war ihr Vater, Alfred Haase, bereits wieder in Deutschland ohne zu wissen, dass Synni ein Kind von ihm erwartete. Synni wiederum wusste nicht, dass Alfred zu Hause eine Frau und Kinder hatte. Sie glaubte fest daran, dass er zurück kommen und sie mit nach Deutschland nehmen würde. In der Gegend, in der Synni mit ihrer Mutter und ihrer Tochter Anni-Frid wohnte, wurde ihre ganze Familie verachtet. Sie waren sozusagen Verstoßene ihrer eigenen Gemeinschaft. Das einzige, was Synni noch aufrecht erhielt, war die Hoffnung, dass Alfred wieder kommen würde. Aber er kam nicht. Nach einigen Versuchen ihn ausfindig zu machen, bekam sie die Antwort, dass das Schiff, auf dem Alfred Haase sich befand, als er von Norwegen wieder nach Deutschland fuhr, gesunken sei. Das war natürlich ein Schock für Synni. Sie fiel in tiefe Depressionen. Diese führten dann zu einer schweren Krankheit, an der Synni tragischerweise im Alter von 21 Jahren starb, knappe zwei Jahre nach Fridas Geburt. 

Frida hatte erstens einen deutschen Vater und war zweitens unehelich geboren. Beides waren Gründe, die das Leben in Norwegen erschweren würden. Außerdem barg der Ort schmerzhafte Erinnerungen. Ihre Großmutter entschied sich deswegen, mit der kleinen Frida nach Schweden zu ziehen. Dort zog es die beiden immer weiter südlich. Ihre Reise endete schließlich in Torshälla, etwas außerhalb von Eskilstuna, vielleicht 100 bis 120 km westlich von Stockholm gelegen.

Die Musik war etwas Besonderes für Frida. Dort suchte sie Geborgenheit. Sie hatte sowohl ein großes Repertoire an schwedischen Volksliedern, die sie sehr oft mit ihrer Großmutter zusammen sang, als auch Ahnung von der Jazz-Musik, da sie ein überzeugter Peggy-Lee-Fan war. Auch zu ABBA-Zeiten hielt ihre Liebe zum Jazz, insbesondere zu Peggy Lee, an. Im zarten Alter von 11 Jahren trat sie das erste mal bei einem Rote-Kreuz-Wohltätigkeitsfest auf. Zwei Jahre später fing sie in Ewald Eks Tanzorchester an zu singen. Im Oktober 1961 machte Frida Fortschritte in Bengt Sandlunds Big Band. Dort traf sie auch ihren ersten Ehemann, Ragnar Fredriksson. Zusammen hatten die beiden zwei Kinder: Hans, geboren 1963, und Lise-Lotte, geboren 1967. Im Jahre 1964 verließen sie Bengt Sandlunds große Band und formten ihre eigene Gruppe, die Anni-Frid Four. Parallel mit dem trat Frida auch bei verschiedenen Musikwettbewerben auf. Am 3. September 1967 befand sie sich auf einer Bühne in Skansen, Stockholm, und gewann mit dem Titel „En Ledig Dag“ den Wettbewerb. Sofort nach ihrem Sieg wurde sie mit der Nachricht überrascht, dass sie im schwedischen Fernsehen ihren Siegertitel singen sollte. Bald danach unterschrieb Frida einen Vertrag bei EMI-Records und nahm da ihre erste Single auf, die natürlich „En Ledig Dag“ war. 

Frida, in Schweden nun berühmt als Sängerin, tourte 1968 mit einigen berühmten schwedischen Sängern, wie Lasse Lönndahl, durch die sogenannten schwedischen Folkparks. 1969 begann sie eine 18-monatige Zusammenarbeit mit dem Jazz-Musiker Charlie Norman. Zusammen absolvierten sie ein paar Bühnenshows und tourten 1970 ebenfalls wieder durch die schwedischen Folkparks. Mittlerweile setzte sie auch das Aufnehmen von Singles fort und im März 1969 besuchte sie das Melodifestivalen (die schwedische Auswahl für den Eurovision Song Contest) mit „Härlig Är Vår Jord“. Obwohl Benny auch eine Komposition für dasselbe Melodifestivalen einreichte („Hej Clown“, mitgeschrieben von Lars Berghagen) und auch am besagten Tag anwesend war, trafen sie sich noch nicht, bis beide in Malmö, ganz im Süden Schwedens, geschäftlich zu tun hatten. Kurz nach ihrer ersten Begegnung wurden sie ein Paar und bald übernahm Benny die Produktion von Fridas Platten. Natürlich hatte diese sich bereits vor einiger Zeit von ihrem Ehemann Ragnar Fredriksson getrennt, der nun die Erziehung der Kinder voll und ganz übernahm.

Das erste Resultat dieser Partnerschaft zwischen Frida und Benny war das Aufnehmen eines Liedes im September 1969. „Peter Pan“, so der Titel des Liedes, wurde von Benny Andersson und Björn Ulvaeus geschrieben. Das war übrigens auch die aller erste Zusammenarbeit zwischen drei zukünftigen ABBA-Mitgliedern. Als „Peter Pan“ als Single rauskam, erregte es nicht sonderlich viel Aufsehen. Und obwohl die Aufnahme ganz angenehm klang, war nicht ein Funken der Magie zu spüren, die ABBA in späteren Zeiten umgab.

Im Mai 1970 erschien Frida ein zweites Mal in den schwedischen Charts. Mit „Där Du Går Lämnar Kärleken Spår“, ihrer schwedischen Cover-Version von Edison Lighthouse’s UK-Nummer-1-Hit „One Love Grows (Where My Rosemary Goes)“, blieb sie zwei Wochen in den schwedischen Charts und erreichte als höchste Position Platz 8. Obwohl die großen Hits dann leider ausblieben, entschied sich EMI nach Fridas achter Single doch dazu, dass es einen Versuch wert sei, ihr Debüt-Album endlich auf den schwedischen Markt zu bringen. Die Aufnahmen begannen im September 1970. Natürlich produzierte wieder Benny das Album, das letztendlich im Frühling 1971 auf den Markt kam. Eine Single dieses Projektes war „En Liten Sång Om Kärlek“, eine Version von „Five Pennies Saints“ aus dem Danny-Kaye-Film „Five Pennies“. Jedoch wurde es wieder kein Hit.

Zur selben Zeit, als die Aufnahmen für das Album starteten, taten sich Frida und Benny mit einem anderen verlobten Paar, Björn Ulvaeus und Agnetha Fältskog, zusammen. Gemeinsam starteten sie zu verschiedenen „Festfolked“-Auftritten, die am 1. November 1970 in Göteborg begannen. Das war kein sehr erfolgreiches Unternehmen, obwohl die vier bis Februar 1971 auf Tour gewesen waren.

Im Sommer 1971 sah man Frida wieder durch die schwedischen Folkparks ziehen, diesmal aber mit Lars Berghagen. Und im Herbst des gleichen Jahres bekam Frida endlich ihren langersehnten 1. Nummer-1-Hit in den schwedischen Hitlisten mit „Min Egen Stad“, einer schwedischen Version von Bennys „It’s Nice To Be Back“. Das Lied hatte er übrigens 1967 eigens für seine Gruppe, die Hep Stars, geschrieben.

Im Oktober des selben Jahres trat Frida in der Varietévorstellung „Mina favoriter“ auf. Das war keine Entspannungspause, da diese Vorstellungen mit ihr bis zum Frühling 1972 andauerten und so ihre meiste Zeit in Anspruch nahmen. Im Januar 1972 nahm sie die letzte Single für EMI auf, „Vi Är Alla Bara Barn I Början“. Dafür veröffentlichte sie einige Zeit später eine Single, „Man Vill Ju Leva Lite Dessemellan“, unter dem Siegel von Polar-Music. Frida erreichte mit dieser Single Platz 1 und stand damit zehn Wochen in den schwedischen Hitlisten. Als das ABBA-Phänomen 1974 und 1975 wie eine Bombe auf der ganzen Welt einschlug, nahm Frida ihr letztes schwedisches Album für diese Zeit auf. Es hieß „Frida Ensam“, wurde von Benny Andersson produziert und kam im November 1975 auf den schwedischen Markt. Eine Single-Auskopplung war die schwedische Version zum späteren ABBA-Hit „Fernando“. Das Album war ihr erster großer Verkaufserfolg und verkaufte sich beeindruckende 130.000 Mal. Nachdem Frida seit 1968 sehr hart an ihrer Karriere gearbeitet hatte und auch immer wieder Rückschläge einstecken musste, war dieses Album ein schöner Abschluss ihrer Solo-Karriere in Schweden. 

Frida feierte mit ABBA nun weltweite Erfolge. Die deutsche Jugendzeitschrift „Bravo“ erschien so gut wie nie ohne einen Artikel über den größten schwedischen Pop-Vierer. 1977 passierte es, dass ein Mädchen auf Fridas Biografie, die in der „Bravo“ abgedruckt war, aufmerksam wurde. Andrea Buchinger, wie das Mädchen hieß, bemerkte, dass ihr Onkel genau den selben Namen trug wie Fridas verschwundener Vater. So rief sie ihren Cousin Peter an und bat ihn, seinen Vater mal zu fragen, ob er eine Frau gekannt hat, die Synni Lyngstad hieß. Denn Andreas Onkel bzw. Peters Vater hatte sich zu genau der selben Zeit in Norwegen aufgehalten, als auch Fridas Vater dort stationiert war. Als Alfred Haase zugab, dass alles genauso war, zeigte ihm sein Sohn ein großes Bild von Frida und sagte: „Das ist deine Tochter!“ So flog Alfred Haase nach Stockholm, um seine Tochter zu sehen. Natürlich war die Situation für alle Beteiligten nicht ganz einfach. Alfred Haase würde seine bisher unbekannte Tochter kennen lernen, Frida hatte 32 Jahre nichts von ihrem Vater gewusst und würde nun zum ersten mal vor ihm stehen, die Presse wollte hautnah dabei sein und die ganze Welt wollte wissen, was zu diesem Zeitpunkt in Stockholm abging. Der Druck der Öffentlichkeit erschwerte die ganze Sache um einiges. Aber glücklicherweise lief alles gut! Frida hatte die Sache so hingebogen, dass ihr Vater direkt nach seiner Ankunft in Stockholm von Sicherheitsbeamten abgeholt und zu ihr gebracht wurde. So konnten beide in Ruhe reden. Es war ja ein sehr privates Gespräch, das nicht von der Presse gestört werden sollte. Hinterher sagte Frida der Presse in einem Interview: „Wir fingen beide an zu weinen, als wir uns sahen. Aber es ist sehr schwer, wenn man mit 32 Jahren auf einmal einen Vater hat, von dem man sein Leben lang nichts wusste. Man kann ihn dann nicht auf die Weise lieben, wie man es getan hätte, wenn man in seiner Nähe aufgewachsen wäre. Aber er ist ein sehr netter und anständiger Man und in bin glücklich endlich einen Vater zu haben!“

1978 heirateten Benny Andersson und Anni-Frid Lyngstad endlich. Die beiden waren fast zehn Jahre miteinander verlobt gewesen, da war die Hochzeit wohl fällig. Eigentlich wollten sie schon viel eher heiraten, aber unter dem ständigen Termindruck war anscheinend keine Zeit für so etwas gewesen. Am 06.10.1978 gaben sich Frida und Benny ganz heimlich in Schweden das Ja-Wort. Erst hinterher wurde die Presse darüber in Kenntnis gesetzt. 

Seit 1974 genossen ABBA ihren riesigen Erfolg auf der ganzen Welt. Ein Nummer-1-Hit nach dem anderen machte sie zu der erfolgreichsten Band seit den Beatles. Im November 1981 erschien ABBAs letztes Album, „The Visitors“. Obwohl die Band bis Herbst 1982 zusammen im Tonstudio stand und Lieder aufnahm, war es klar, dass sie nicht mehr das geschlossene Wesen waren, das sie in der Öffentlichkeit zu sein schienen. Agnetha und Björn hatten sich bereits 1979 scheiden lassen. Und auch Frida und Benny gingen seit Frühjahr 1981 getrennte Wege; nach 9 Jahren Verlobung und zwei Jahren Ehe ging auch diese Beziehung auseinander.

Daraus, dass jedem ABBA-Mitglied die Energie für neue Sachen fehlte und auch der Erfolg mit den letzten drei Singles nachließ, folgte die Trennung der Gruppe. Eigentlich hatte es nie eine richtige Trennung gegeben. Es hieß, dass ABBA nur eine kurze Auszeit nahmen und später wieder ins Studio zurück kehrten. Aber das geschah nie, genauso wenig wie eine richtige Trennung je bekannt gegeben wurde. 

Im Februar 1982 begann Frida das Aufnehmen ihres ersten englischen Solo-Albums. „Something’s Going On“ hieß der Titel und wurde von Phil Collins produziert. Weil Frida zuvor sein „Face Value“-Album gehört hatte und so begeistert davon war, bestand sie darauf, dass Phil Collins ihr neues Solo-Album produzieren sollte. Kein Phil Collins als Produzent – kein Solo-Album von Frida! Letztendlich bekam sie, was sie wollte: Phil Collins erklärte sich bereit ihr eigenes Album zu produzieren. 
Außer Phil Collins, der selbst ein Lied beisteuerte, „You Know What I Mean“, und mit dem Frida „Here We’ll Stay“ als Duett sang, arbeitete sie noch mit anderen brandheißen Songschreibern zusammen. Thomas Ledin schrieb das Lied „I Got Something“, Russ Ballard „I Know There’s Something Going On“ und Per Gessle, jetzt durch das schwedische Erfolgsduett Roxette bekannt, steuerte mit Dorothy Parker „Threnody“ bei. Als Singles erschienen letztendlich „I Know There’s Something Going On / Threnody“ 1982, „To Turn The Stone / I Got Something“ und „Here We’ll Stay / Strangers“ 1983. Insgesamt verkaufte sich das Album 1.000.000 Mal weltweit.

Im Sommer 1984 ging Frida wieder ins Studio, um ihr zweites englisches Solo-Album aufzunehmen, welches natürlich „Shine“ hieß. Diesmal wurde es von Steve Lillywhite produziert und nicht minderwertigere Songschreiber steuerten auch hier ihre Lieder bei. Kirsty MacColl beispielsweise wirkte an drei Liedern für das „Shine“-Album mit, „One Little Lie“, „The Face“ und „Chemisty Tonight“. Björn Ulvaeus und Benny Andersson steuerten ebenfalls ein Lied bei, „Slowly“. Und sogar Anni-Frid Lyngstad selbst schrieb für ihr zweites englisches Solo-Album „Don’t Do It“. Als Single-Auskopplungen erschienen dann „Shine / That’s Tough“ und „Come To Me (I Am Woman) / Slowly“ 1984. Leider floppte das Album mehr oder weniger. Irgendwann hatte Frida keine Lust mehr auf ein Leben, das unter dem Auge der Öffentlichkeit stand und zog sich zurück. „Shine“ war ihr letztes Solo-Album für die nächsten 12 Jahre.

In den folgenden Jahren widmete sich Frida nur noch selten der Musik. Wenn man sie in der Öffentlichkeit zu sehen bekam, dann nicht unbedingt als Sängerin. Hin und wieder sang sie zwar, aber die meisten ihrer öffentlichen Auftritte tätigte sie als aktives Mitglied einer Umweltorganisation, die sich auch heute noch mit aktuellen Problemen beschäftigt. „Det Naturliga Steget“ („Der natürliche Schritt“) heißt diese Umweltorganisation, in der sich Frida für die Umwelt engagiert hatte und es auch heute noch tut. „Artister För Miljö“ („Künstler für die Umwelt“) war eine Art Abzweigung davon, bei der sich Frida auf verschiedenen Konzerten auch gesangsmäßig für die Umwelt einsetzte. Dadurch machte sie nämlich „Werbung“ für ihre Umweltorganisation und gleichzeitig auch auf diverse Probleme aufmerksam. Abgesehen davon engagierte sie sich auch für Anti-Drogen-Kampagnen. Das tat sie zusammen mit Königin Silvia von Schweden, die gleichzeitig eine gute Freundin von ihr war. In dieser Zeit trug Frida auch nur wenig oder gar kein Make-Up, aß kein Fleisch (was sie übrigens bis heute nie wieder angerührt hat) und trug Klamotten aus Naturfasern.

1992 kehrte Frida für kurze Zeit ins Tonstudio zurück. Dort nahm sie ihre Version des Klassikers „Änglamark“ auf. Ursprünglich wurde das Lied von dem schwedischen Komponisten Evert Taube komponiert. Für die B-Seite dieser Single nahm sie eine Solo-Version von Julian Lennons „Saltwater“ auf.

Da Frida eine persönliche Freundin des schwedischen Königshauses war, wurde sie ein Teil des Organisationsteams, das den 50. Geburtstag im Dezember 1993 von Königin Silvia organisierte. Bei dieser Gelegenheit führte sie mit der schwedischen Gruppe The Real Group eine Version des 1976 erschienen Welterfolges „Dancing Queen“ von ABBA auf. Diese Version des ABBA-Liedes erschien 1994 auch auf einem Album der Real Group. 

Zwei Jahre später merkte Frida schließlich, dass die Zeit gekommen war, um erneut ins Studio zu gehen und ein wenig mehr zu singen, als es in den letzten Jahren der Fall gewesen war. Das Resultat aus diesem Entschluss war das in schwedischer Sprache gesungene 1996 erschienene Album „Djupa Andetag“, das vom schwedischen Erfolgsproduzenten Anders Glenmark produziert wurde. Dieser schrieb auch fast alle Lieder des Albums, sowohl Melodien als auch Texte. 
Unter anderem enthielt „Djupa Andetag“ ein Duett von Frida und Marie Fredriksson. Ursprünglich wollte Frida „Alla Mina Bästa År“ zusammen mit ihrer früheren Bandkollegin Agnetha Fältskog singen. Diese sagte zuerst auch zu, machte aber in aller letzter Minute einen Rückzieher. So sprang die schon lange durch Roxette bekannte Marie Fredriksson ein. Neben diesem Duett war das Lied „Kvinnor Som Springer“, bei dem Frida persönlich den Text geschrieben hatte, ein weiteres Highlight des „Djupa Andetag“-Albums! In Schweden war das Album ein großer Hit. Insgesamt verkaufte es sich mehr als 100.000 Mal und erreichte somit Platz 2 in den schwedischen Albumcharts. Als Singles erschienen „Även En Blomma“, „Ögonen“ und „Alla Mina Bästa År“.

Vier Jahre, bevor das „Djupa Andetag“-Album heraus kam, heiratete Frida am 26.08.1992 Fürst Ruzzo Reuss. Die beiden trauten sich in einer Kirche in Hörsholm, etwas außerhalb Kopenhagens. 1984 hatten sich Ruzzo und Frida zum ersten Mal in der Schweiz getroffen. Es war die Zeit, in der es Frida wegen der Scheidung von Benny Andersson, die schon 1981 war, immer noch ziemlich mies ging. Mit der Scheidung begann nämlich eine der schlechtesten Lebensphasen in Fridas Leben überhaupt, die auch nicht so schnell zu Ende gehen sollte. Als sie dann in der Schweiz drei Jahre nach ihrer Scheidung den vier Jahre jüngeren Fürst Ruzzo traf, wurden beide ein Paar und zogen zusammen in sein Schloss in Freiburg. Dort konnte Frida ihr Leben einfach genießen, weil sie keinen Stress hatte und den ganzen Tag, das machen konnte, was sie wollte. Und außerdem ging es ihr seelisch auch wieder besser. Ursprünglich hatte Ruzzo mal Architektur studiert, aber er brauchte eigentlich nicht viel zu arbeiten, weil sein Vater ebenfalls Fürst war. Die Familie hatte bis 1918 über das Fürstentum Reuss in der Nähe von Plauen, ganz im Osten Deutschlands, geherrscht. Dadurch waren sie sehr wohlhabend. Ruzzos Vater, Enzio, war Italiener und seine Mutter, Louise, war Schwedin. Nach der Scheidung seiner Eltern hatte Ruzzo in seiner Kindheit in Rom gelebt, war aber im Sommer oft nach Skåne, Schweden, zu seiner Mutter gekommen. Da Ruzzo also nicht viel arbeiten musste, machte er den lieben langen Tag genau das, was er am liebsten tat: Golf spielen! Seit Frida und Ruzzo sich kannten, waren sie glücklich und nichts und niemand konnte das zerstören, bis Fridas Mann 1999 mit 49 Jahren tragischerweise an Krebs starb. Ein halbes Jahr hatte er dagegen angekämpft, aber ihm fehlte nach diesem halben Jahr jegliche Kraft weiter zu kämpfen. Im Oktober starb er im Gartenhaus in Skåne, wo er mit Frida seit Frühling 1999 gelebt hatte, als sie von der Krankheit erfahren hatten. Ungefähr zwei Jahre vor dem Tod Ruzzos starb auch Fridas Tochter, Lise-Lotte, an einem Verkehrunfall in den USA. Sie war nur 30 Jahre alt geworden. So hatte Frida innerhalb von zwei Jahren zwei Menschen verloren, die ihr unendlich wichtig waren.

Eigentlich hatte Frida vor, nach dem „Djupa Andetag“-Album weiter zu singen, aber durch die beiden Todesfälle in ihrer Familie legte sie alle weiteren musikalischen Pläne auf Eis. Doch wer weiß, vielleicht kehrt sie eines Tages wieder ins Tonstudio zurück, um eine neue Platte auszunehmen. Freuen würden sich sicherlich alle ABBA-Fans!

Göran Bror Benny Andersson wurde am 16. Dezember 1946 in Stockholm geboren, in dessen Vorort Vällingby er aufwuchs. Mit sechs bekam er ein Akkordeon, auf dem er zusammen mit seinem Vater und Großvater zusammen spielte. Mit zehn folgte ein Klavier und entsprechender Unterricht, Benny brachte sich Musik jedoch lieber selber bei.

Als Teenager spielte er dann in der Band Elverkets spelmanslag, wo er während eines Konzertes von Svenne Hedlund gehört wurde. Hedlund, Mitglied der damals aufstrebenden Popgruppe Hep Stars, engagierte ihn als Orgelspieler, eine Stelle, die in der Gruppe kurz zuvor vakant geworden war.

Von 1964 bis 1969 spielte Benny mit den Hep Stars 20 Top Ten-Hits ein. Ohne Zweifel waren die Hep Stars damit die erfolgreichste Popgruppe Schwedens in den 60er Jahren. Zu den Hits zählte auch Benny's Wedding.

Im Frühjahr 1969 orientierten sich Teile der Gruppe musikalisch neu, und Benny verließ die Band im August. Zu diesem Zeitpunkt hatte er bereits zwei Kinder, Helena (geb. 1968) und Peter (geb. 1969), mit seiner früheren Freundin Christina Grönvall.

Zuvor hatte Benny zum ersten Mal Anni-Frid Lyngstad getroffen und wurde mit der Zeit ihr Produzent. Zusammen mit Björn Ulvaeus schrieb er den Song Peter Pan, den Anni-Frid sang - das erste gemeinsame Projekt der späteren ABBA-Mitglieder.

Björn und Benny schärften sich bei ihrer Zusammenarbeit gegenseitig wie Messer, ein glücklicher Umstand, der schließlich zur Gründung von ABBA führte. Dabei verfolgte Benny weiterhin Soloprojekte und wurde schließlich in den Stand als "Bester zeitgenössischer Komponist Schwedens" gehoben.

1978 heirateten Benny und Anni-Frid nachdem sie schon viele Jahren glücklich als Paar zusammengelebt hatten. Leider währte die Ehe nicht sehr lange und Anfang 1981 wurden die beiden wieder geschiedene Leute. Trotzdem arbeiteten sie auf freundschaftlicher Ebene weiter zusammen in den letzten Jahren von ABBA.

Nach der Scheidung von Anni-Frid heiratete Benny wieder und wurden noch einmal Vater. Seit der einvernehmlichen Trennung von ABBA arbeitete er immer wieder mit Björn zusammen, so auch an dem äußerst erfolgreichen Musical "Chess", das 1983 entstand. Internationale Erfolge konnten die beiden zuletzt 1999 mit "Mamma Mia!" feiern, das lauter alte ABBA-Hits enthält.

Heute lebt Benny in Stockholm und engagiert sich vor allem in der Volksmusik. Sein Album "Benny Andersson Orchester" erschien im Sommer 2001 und wurde auf Anhieb in Schweden ein riesiger Erfolg. Neben zahlreichen Instrumentalstücken finden sich auch zwei von Helen Sjöwall gesungene Lieder auf dem Album wieder. Auch hier hat Benny wieder mit Björn zusammengearbeitet: Er hat die Texte zu den Songs geschrieben.

 

                

 

                        

Das sind Benny und Anni-Frid

  Und das Agneta und Anni-Fried genannt Frieda

  Alle 4 von ABBA

Agneta bei "Dancingqueen"

 

Das CD-Cover von "Waterloo"

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